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Guillaume Desforges

Ein Ekklektizist mit Geschmack.
Der Unternehmer, der Restaurants eröffnet und Architektur erträumt.

Bei der Eröffnung des Pacifico, einem peruanischen Restaurant der haute cuisine in Mailand, ist er das letzte Mal als Unternehmer in Erscheinung getreten. Es gibt eine Warteliste für Tischreservierungen: “Unsere Vision des Ceviche hat funktioniert, jung und auf Carrara-Marmor serviert” (http://wearepacifico.it/).
In Kürze wird es auch in New York ein Pacifico geben, während das Pacifico in Mailand gerade die Bar Illegal eröffnet. Der junge Guillaume Desforges ist jedoch noch Vieles mehr. Seine Studien galten der Mathematik und der Wirtschaft, und als weiteres Projekt hat er sich einen Master an der Columbia vorgenommen. Ein noch ästhetischeres Argument, das ihn sehr gut charakterisiert, ist: Guillaume hat einen Sinn für Volumen. Die Räume des Pacifico – groß und doch so intim – und seine Wohnung in Mailand sprechen für ihn. Er ist ein Liebhaber der Farben (auch an sich selbst, drei Paar grüne Schuhe passen zu jedem Anlass). Und mehr noch ist er ein Liebhaber des Lichts, ein luftiges Element, das Desforges wie ein greifbares Material nutzt, indem er die Räume so einteilt, dass in ihnen jeweils das Voranschreiten des Tageslichts aufgefangen wird. In seiner Wohnung ist das Weiß völlig natürlich, und doch so bewegt wie nie. Wie er das macht? “Durch Arbeit mit den Schatten”. Eine ästhetische Seite, die sich mit der mathematischen abwechselt, durch einen ekklektischen Geist, den er schon von Geburt an hat. Zwei französische Großmütter, ein italienischer Großvater und einer aus New York bilden die Grundmischung. Als was fühlt sich Guillaume mehr …? “Das kommt auf das jeweilige Kapitel an. Die Familie ist näher bei Italien, die Freundschaften sind sehr französisch und in der Kindheit verwurzelt, die Hyperaktivität entspringt dem New Yorker Geist.” Venture Capital, die Leitung von Restaurants, ein Master am Horizont: die wirkliche Manie? “Machen und aufbauen. Eine Gesellschaft erschaffen, die dich überleben kann”.

Guillaume’s Style.

Ich fühle mich elegant: In einem dunkelblauen Anzug.
Das schönste Geschenk: Ein Werk von Dai-Dai Tran (tausende kleingeschnittene und in Plexiglas gegossene Geldscheine), und mein Pilotenschein.
Im Koffer: Vor allem der Kindle, ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig.
Die Musik: Das ist wie in der Küche, ich kann nicht musizieren, aber ich muss mir alles ansehen, aussuchen und anhören. Letzte Entdeckung: Alt-J, und immer schon Daft Punk.
Interiors: Einfache Materialien. Gefäße und Objekte aus Marmor, Holz und Glas. Minimalistische Ambiente mit einer Obsession für das Licht, um das ich mich kümmere wie um einen Einrichtungsgegenstand. Abends? Gedämpftes Licht.
Farben: Grün, Petrolblau, Weißtöne und Rot. Auch mein zweireihiger Smoking ist blau.
Das Buch: Der ewige Quell (The Fountainhead) von Ayn Rand, das erklärt, weshalb New York so gebaut worden ist (das Geheimnis liegt in einem Stein) und Tai-Pan, ein Roman von James Clavell, der die Geschichte und das Visionäre im Betätigungsfeld von Struan erzählt, dem berühmtesten Piraten der Welt.
Kino: Meine Lieblingsregisseure sind wohl Quentin Tarantino, für das Wunderschöne und die Poesie Emir Kusturica, für die Action Christopher Nolan.
Angst: Letztlich, dass ich meine Zeit nicht gut nutze, dass ich Beziehungen vernachlässige oder abgelenkt bin, auch mir selbst gegenüber.
Niemals: Ohne Farben. Grün, Blau und Rot.
Immer: Zweireihige Anzüge und Jacketts.
Die App: Uncrate, über die die exzentristischsten Dinge der Welt zum Kaufen gelauncht werden.
Zwei Gourmetadressen:
• In Mailand, die Latteria di via San Marco: eine kleine Stadtviertel-Trattoria, für mich das beste Restaurant der Welt.
• In Vicenza (Brendola), die rohe Tagliata im Al Fogolare . Das Lokal ist nicht unter den ersten Adressen, aber man isst dort göttlich gut.
Der Laden: das Saturdays in New York, wo ich die schönsten T-Shirts der Welt finde.
Guillaume Desforges My Tod's lightbox

tods lightbox logo

Ich habe die Krise im September 2008 erlebt, bin nach Asien gegangen, um dort zu arbeiten und habe dann von allem eine Pause eingelegt: ich habe eine Australien-Tour gemacht mit einer Badehose, einer Zahnbürste und, wie ich mich erinnere, mit diesen absolut unzerstörbaren Tod’s, von denen ich mich nach diesem Abenteuer niemals mehr trennen könnte.
Guillaume Desforges My Tod's signature
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