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Louis Marie de Castelbajac

Schwarzweiß-Aufnahme mit überraschenden Details

Der Künstler-Designer, dem es gelingt, Geschichte und Pop zu verschmelzen.

Der Künstler und Designer Graf Louis Marie ist ein Mitglied der Familie Castelbajac und residiert im Schloss Loubersan. Er ist der Sohn des Designers Jean Charles und Enkel von Bill Chambers. Aufgewachsen ist er in Paris und in der feinen englischen Gesellschaft. Zur Zeit lebt er in Paris und New York.

Als Sohn eines französischen Vaters und einer norwegischen Mutter ist seine existenzielle Ästhetik zweigeteilt: „In mir existieren die nordische Geradlinigkeit und der Komfort eines Europas, das kultivierter ist aber weniger geübt in der Kunst des Überlebens“.

Geradlinigkeit und edle Raffinesse, zwei Schienen entlang derer er seine Arbeit als Art Director im weitesten Sinn entwickelt hat.

Seine erste Arbeit stellte er 2007 vor: Panda Kunst, T-Shirts mit aufgedruckten politischen Slogans, gefolgt von Le Void, eine Kollektion Strickwaren und T-Shirts mit aufgedruckten Wortspielen. Als nächstes waren es für Tyler Alexandra Ellis entworfene Taschen, die heute als l’Armagnac bekannt sind. Seine eigene Kollektion mit dem 700 Label stammt aus dem Jahr 2013 und sie ist teilweise der Grund für das systematische Hin und Her zwischen Frankreich und New York, zwischen Hauptstädten und Kulturen.

Durch den jungen de Castelbajac und dank l’ Armagnac gelingt mit einer neuen in Kürze vorgestellten Serie auch ein Ausflug in die Welt der Kunst. Inzwischen umfasst sein Curriculum Zeichnungen, Photos und Collagen, die 2009 als The Anatomy of 1 ausgestellt wurden, gefolgt von den Arbeiten The Blood, Bow&Arrows of Desire, in denen die Macht der Medien thematisiert wird.

der Motor der Kreativität: “Die sensible Seite ist am höchsten entwickelt. Man muss sensibel sein, um zu wachsen.”.
Art direction: bedeutet „art expression“, eindeutig.
Armagnac: eine Verbeugung vor der französischen Region, wo er hergestellt wird und woher auch ich komme. Mit dem 700 Label wird an die sieben Jahrhunderte erinnert, die der Armagnac alt ist.
womit er sich umgibt: In Louis Maries cabinet of curiosity vermischen sich Geschichte und Popkultur, authentische Briefe von Alexandre Dumas, Roboter und Zeichnungen „Die ich zusammen mit Keith Haring gemacht habe”. Das Modellschiff auf dem Kaminsims stammt vom Marineministerium und das Sofa hat die Form eines Boxhandschuhs.
Eklektizismus: eine Art, die Wirklichkeit zu beschreiben.
eine nützliche Adresse: der Flohmarkt in Saint Ouen, Schiffsabteilung.
seine Sammlung: Kriegskarten. Mit Hilfe dieser Karten gelingt es, solche Schauplätze lebendig zu erhalten, wo Soldaten sich für andere geopfert haben. Sie decken die Zeit von Napoleon bis zu den beiden Weltkriegen ab und schließen auch Vietnam und den Irak mit ein. Interessant ist es zu erkennen, wie sich die Nachrichten mit fortschreitender Technik vereinfachen und weiterentwickeln.
sein Lieblingsfilm: Kanałby Andrzej Wajda, Gewinner 1957 in Cannes, der die Flucht durch Tunnels unter Iglos beschreibt: “Fatalistisch und klaustrophobisch”.
sein Stil: meine DNA ist eine Kombination aus im Konflikt miteinander stehenden Elementen und das gilt auch für meinen Stil: eine Annäherung an den klassischen Stil mit Einsprengseln aus den 70er und 80er Jahren.
sein Schwarzweißfoto: in eine Farbe konzentriert alle Kraft und das was man ist. Die Farbe, für die man sich morgens entschieden hat, bestimmt den Rest des Tages. Es setzt eine subtile Form der Kontrolle voraus: die Tatsache, dass ich schwarz trage, lässt auch den Tag so werden.
immer: braune Schnallenschuhe (oft) mit gleichfarbigem Gürtel (immer).
nie: Gymnastikschuhe und Kleidung mit drei verschiedenen Farben.
heute ist die Farbe blau: Jeans, T-Shirt, maßgeschneiderter, eng sitzender Blazer.
besonderes Merkmal: Handschuhe, wie sie auch beim Motorradfahren getragen werden, auch mit einem T-Shirt. OK.
seine Hüte: weicher Borsalino, Modelle ohne kontrastierendes Hutband, aber passend zur Farbe des Tages. Lieblingsfarben: orange, weiß und rot.
sein stilistisches Geheimnis: die Dinge nie zu ernst nehmen, nicht die humoristische Seite vergessen.
das Detail: sehr wichtig der Aktenkoffer. Socken in einer zum Farbschema kontrastierenden Farbe: orange oder lila.
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