BON VOYAGE: Oki Sato

My Milano: by feet and food

Oki Sato ist anlässlich der Möbelfachmesse Salone del Mobile in Mailand und arbeitet an seinen Kult-Installationen. Er ist der Gründer der Marke Nendo, ein Japaner, der auf der ganzen Welt zu Hause ist, wo er sein komplett aus Design bestehendes Universum mit purem Minimalismus signiert.

Wir fragen ihn nach „seinem“ Mailand: „... das ich eigentlich nie sehe, weil ich vom Flughafen zu Meetings und von dort direkt ins Hotel fahre, in einem praktisch nie endenden Zyklus.“

Präzise wie in seinem Design hat Oki Sato ausgerechnet, dass er in 12 Jahren rund 110 Mal in Mailand gelandet ist. Dabei gab es keine Besuche in der Stadt, dafür immer die gleichen Etappen und Orte, mit immer gleichen Bestellungen: „Ich muss gar nicht mehr bestellen, man bringt mir alles unaufgefordert. Das gefällt mir, dadurch fühle ich mich zu Hause.“

Das Hotel in Brera, die Leidenschaft für belebte, aber niemals luxuriöse Orte, die Manie für Süßes und die Diät (die man eigentlich nicht so nennen kann) auf Kohlenhydratbasis.

Frühstück: Cappuccino und Brioche mit Schokocremefüllung bei Princi.
Mittagessen: Tagliatelle mit Steinpilzen sind das Highlight der Pastagerichte, ansonsten Pizza Marinara
Aperitif: Negroni und Sbagliato in der Bar Radetzky. Welchen mögen Sie lieber? „Alle beide, darum wird mir erst der eine und danach der andere serviert.“

Ansonsten, wenn Termine in der Nähe des Corso Venezia anstehen („eine wunderbare Gegend, um spazieren zu gehen und Skulpturen und Gärten in den Höfen zu erspähen“), ist die obligatorische Etappe das Café Cova, wegen der Cannoncini alla Crema. Davon isst er immer drei.

Der perfekte Koffer

Das Leben des Oki Sato verläuft im Flugzeug und auf Schienenpaaren. Immer ist er auf Reisen, sein Koffer stets gepackt, oder besser, niemals ausgepackt.

Noch nicht einmal zu Hause in Tokio: „Dort bin ich immer nur für wenige Tage. Wenn auch mein Hund hineinpassen würde, wäre es nicht mein Koffer, sondern mein perfektes Zuhause.“

Seine Reisen gruppiert er zu einer einzigen Tour von zwei Wochen pro Monat, auf der er sehr häufig den Ort wechselt. „Ich nehme immer die gleichen Sachen mit.“

Und diese immer gleichen Dinge besitzt Oki Sato jeweils zweifach. Gleicher Behälter (ein steifer schwarzer Koffer), gleicher Inhalt: vom Mantel bis zum Shampoo, alles doppelt.

Eine fixe Formel, zum einfachen Austausch nach jeder Rückkehr nach Hause, ohne nachzudenken.

Check in
15 weiße T-Shirts, 4 Casual-Hosen, 3 Strickjacken, 4 schwarze Anzüge „und wenig anderes“.

Im Handgepäck In der schwarzen Ledertasche von Tod's hat er einen Computer und ein Buch.

Vielleicht wäre darin auch noch Platz für seinen Hund, einen Chihuahua-Pug mit dem Namen Kinako.

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