Alexia Jordan

Die kulinarische Tour einer knochensammelnden Designerin.

Die zeitlos eleganten, fast mesopotamisch anmutenden Züge ihres Gesichts machen es schwer, die Nationalität von Alexia Jordan zu erraten.

Was keineswegs überrascht: Sie hat russische Eltern, ist selbst in London aufgewachsen, ihre Wurzeln mütterlicherseits sind russisch-libanesisch mit Pariser Einflüssen und väterlicherseits mit Abstechern nach New York. Alexia hat die ganze Welt im Blut, sodass ihre mesopotamischen Züge nunmehr global wirken. Inklusive ihrer Ferien am karibischen Meer der Insel St. Barth, wo wir sie treffen. Von welcher Herkunft fühlen Sie sich tief in Ihrem Inneren? „Ich bin in London aufgewachsen, lebe heute in New York und es kommt vor, dass ich mich in Amerika als Europäerin fühle und umgekehrt.“

Was machen Sie am liebsten? „In New York spazieren gehen.“
Ihre zweite Leidenschaft ist das Essen, also folgen wir Alexia auf eine kulinarische Tour durch ihre Lieblingsrestaurants in Big Apple. Wir beginnen in der Uptown, 696 Madison Avenue,mit dem italienischen Restaurant Nello: „Pasta mit Venusmuscheln, die bereits im Frühjahr an den Tischen im Außenbereich serviert werden.“

Weiter auf der Madison geht es vorbei an Barneys in Richtung Meatpacking District zu Pastis für eine Zwiebelsuppe. Oder im Sommer für einen nächtlichen Drink mit Tanzvorstellung in der obersten Etage des Standard Hotels. Danach zurück in Richtung 6th Avenue zur Bar Petit: „Die Spezialität des Tages in dem bezaubernden Außenbereich.“ Mein gerade entdecktes Lieblingsrestaurant ist das Jack’sWifeFreda: „Also würde ich dorthin laufen, in Richtung Lafayette Street bis zur Hausnummer 224, und dort einen mediterranen Brunch genießen.“

Nicht weniger klare Vorstellungen hat sie, wenn es um Schmuck geht, den, den sie selbst entwirft: „Es wird eine Serie fein ausgewogener Objekte mit Fun-Faktor.“ Da Schmuck für Alexia ebenso eine Ausdrucksform der eigenen Persönlichkeit darstellt wie Kleidung, liebt sie es, zarte und eindrucksvolle Stücke miteinander zu kombinieren: „Mit der Small Size hat man mehr Freiheit. Meine Idee besteht darin, Lücken zu füllen: die Finger der Hände, die Ohren mit Ohrringen. Mit skulptorischen Stücken würde das lächerlich wirken.“

Und nun zur Kollektion.
Name: Alexia Jordan
Material: Gold.
Form: Viele Midi-Ringe.
Markteinführung: Frühjahr 2015 mit Start in London.
Verkauf: nur online.
Die Zukunft ist der eCommerce, nach Ansicht von Alexia, die in Geschäften nur ihre Unterwäsche kauft. „Man spart Zeit, die Ware zurücksenden und tauschen zu können, ist, wie einen Butler zu haben.“ Drei Tage in einer Hauptstadt. Der perfekte Koffer: existiert für Alexia nicht. „Bis vor Kurzem war ich furchtbar, ich nahm einfach alles mit. Ich leerte meinen Schrank, warf alles zu Boden und tat dann so, als würde ich eine Auswahl treffen, die es letztendlich aber nicht gab. Damit konnte ich einen ganzen Tag zubringen.“

Auch heute noch schließt sie ihren Koffer erst 5 Minuten vor der Abreise. Es ist ein unaufhaltsamer Strom von Entscheidungen, aber mit drei im Verlauf der Zeit eroberten Fixpunkten.
1 - Total Black ist einfach und sicher.
2 – Immer die Lieblingsstücke mitnehmen, sie geben Sicherheit.
3 – Der Beautycase muss komplett und perfekt sein, verzichte auf keine Creme.

In der Handtasche:
Zwei Telefone
Eine Börse für Karten und eine für Bargeld
Lippenstift
Schlüssel
Gemusterter Regenschirm.
„Alle meine Accessoires sind aus gemusterten Stoffen, damit befriedige ich meine Lust auf Farbe.“

Die Manie. „Ich liebe Fossilien, Knochen und Skelette.“
Die in der Familie liegende Leidenschaft für Tiere und Anthropologie hat Alexia in eine sozusagen entfleischte Ästhetik umgesetzt und zu ihrer Signatur gemacht.
Ihr Interesse erstreckt sich auch auf moderne Kunst, eine Zeitlang kaufte sie Pop- und Street-Art, unter anderem zwei große Marilyn Monroe-Portraits, dargestellt als Totenkopf, und eine schreiende Audrey Hepburn als Horror-Version von Frühstück bei Tiffany.
Ihre Faszination für Skelette, Reptilien und sonstige Fundstücke reflektiert sich natürlich auch in ihren Schmuckstücken: „Ich lasse mich stark von Knochen inspirieren, was man meinen Schmuckstücken mal mehr mal weniger ansieht.“

Kuriosität. In ihren Skizzen interpretiert die Designerin Alexia Edelmetalle und sonstige Materialien nach ihrem persönlichen Farbgefühl mit verschiedenen Buntstiftfarben: Blau für Diamanten, Grün für Gold („Ich mag kein Gelb“), Rot für Rubine, und Rosa für Silber aus zwei Gründen: „Ich mag Rosa und ich besitze keinen silberfarbigen Stift.“
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